Flechten

Beim Flechten werden zum Minimum drei oder mehr einzelne Stränge miteinander zu einem Geflecht verflochten, wobei die einzelnen Stränge diagonal zur Produktachse (in einem Winkel von 40 bis 60°) geführt werden. Die Stränge werden abwechselnd über- und untereinander gelegt, und zwar immer in entgegengesetzter Richtung, ähnlich wie beim traditionellen Maibaumtanz.

Flechten und Weben werden häufig als ein und dasselbe betrachtet, beim Weben jedoch werden zwei getrennte Gruppen von Fäden senkrecht zueinander (rechtwinklig, 90°) verarbeitet. Die Kettfäden laufen in Maschinenrichtung, die Schussfäden laufen seitwärts – rechtwinklig zur Maschinenrichtung – durch ein Weberschiffchen, sodass eine Webstruktur entsteht.

Im medizinischen Bereich unterscheidet man zwischen zwei Arten von Flechtmaterialien: Metalle und Polymere. Sie werden entweder als Draht oder in Form von Mono- oder Multifilamengarnen verarbeitet. Zur Gruppe der Metalle gehören Nitinol, Kobalt-Chrom, Titan usw. Bekannte Beispiele für die Gruppe der Polymere sind Polyester (PET), ultrahochmolekulares Polyethylen (UHMWPE), Polyetheretherketon (PEEK) und Polytetrafluoroethylen (PTFE), um nur einige zu nennen. Auch Kombinationen aus nicht metallischen Materialien und Polymeren oder unterschiedlichen Materialien aus der gleichen Gruppe, sogenannte Blendings, werden verwendet.

Damit eröffnet sich eine enorme Bandbreite an Möglichkeiten und Varianten für verschiedene Funktionen und Eigenschaften.

Verschiedene Arten von Rundgeflechten

versch_arten_rundgeflechte_ok.png

Vorteile geflochtener Strukturen

Geflochtene Strukturen bieten im medizinischen Bereich viele Vorteile. Wir unterscheiden dabei zwischen drei Aspekten: mechanische und strukturelle Eigenschaften, vielfältige Designoptionen und als Letztes biologische Vorteile. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die einzelnen Aspekte.

mech_strukturell_ok.png

Material

Dyneema Purity®
Die Faser Dyneema Purity® von DSM besteht aus ultrahochmolekularem Polyethylen für den medizinischen Bereich. Sie ist die erste Wahl für Produkte oder chirurgische Systeme, die grösstmögliche Festigkeit und Widerstandskraft aufweisen müssen. Es ist weltweit die stärkste Faser – 15 Mal fester als Stahl, 40 % fester als Aramide (gewichtsbezogen) und 3 Mal fester als Polyester (volumenbezogen). Dyneema Purity® gibt es in Weiss und Blau und sogar als gelbe, radiopake Version für den Einsatz in orthopädischen Trauma-Anwendungen.

Polyester (PET)
Abhängig vom geplanten Einsatz eines Monofilaments oder Multifilaments kann auch Polyester als Alternative zu Dyneema Purity® eingesetzt werden. Die Meister & Cie AG arbeitet eng mit einem externen Partner zusammen, der erstklassige Garne für medizinische Anwendungen entwickelt und produziert. Die Produktionstiefe reicht vom Rohmaterial bis hin zum Endprodukt, daher betrachten wir diese Partnerschaft als einen zuverlässigen Lieferanten für kundenspezifisches schwarzes und weisses Polyestergarn. Dementsprechend erfolgt die Entwicklung und Produktion von Polyester nach Kundenvorgaben unter Berücksichtigung der Norm ISO 13485.

Produktionsprozess

Hier als Beispiel die Produktion eines Geflechtes in Kombination mit einem Ti-Button

oem_ok.png